Grundschule Grasdorf

Grundschule Grasdorf

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Beschwerderegelung

 

Umgang mit Beschwerden
 

an der Grundschule Grasdorf

 

 

Die Arbeit an der Grundschule Grasdorf ist durch eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern bzw. Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler geprägt[1]. In dieser engen Kooperation sind unterschiedliche Ansichten und Konflikte eine alltägliche Erscheinung. Der Umgang mit daraus resultierenden Beschwerden ist Bestandteil der täglichen Arbeit der Lehrkräfte unserer Schule.

Die hier vorliegende Beschwerderegelung setzt sich zum Ziel, eine für unser Schulklima[2] förderliche Richtung für den Umgang mit Beschwerden zu weisen und Wege für einen systematischen und zielorientierten Umgang mit Konflikten aufzuzeigen.

 

 

Grundsätzliches

 

●   Wir wollen Beschwerden grundsätzlich als Anhaltspunkte für eine positive Weiterentwicklung unserer Arbeit ansehen. Nur die Kenntnis von Problemen oder Differenzen kann uns in die Lage versetzen, Fehler abzustellen, Eskalationen zu vermeiden und damit die Zufriedenheit aller Mitglieder unserer Schulgemeinschaft zu steigern.

 

   Beschwerden wollen wir mit Interesse, Freundlichkeit und Verständnis begegnen. Dieses wirkt „entwaffnend“ und schafft die Voraussetzung für eine sachliche Auseinandersetzung mit der Beschwerde.

 

    Wir finden es wichtig, uns für das Anhören und das Bearbeiten einer Beschwerde genügend Zeit zu nehmen. Wird jemand „zwischen Tür und Angel“ angesprochen“, sollte derjenige sich das Anliegen kurz anhören und dann einen Termin verabreden. So haben beide Parteien die Möglichkeit, sich angemessen auf das Gespräch vorzubereiten.

 

   Die Bearbeitung einer Beschwerde und die Problemlösung sollen möglichst zügig erfolgen.

 

   Alle Beteiligten achten beim Vorbringen von Beschwerden auf die Umgangsform.

 

   Das vorliegende Konzept bezieht sich nicht auf strafrechtlich relevante Konflikte wie z.B. Körperverletzung, Diebstahl oder unerlaubten Waffenbesitz. In diesen Fällen sind der Schule Rechtswege vorgeschrieben, die das Vorgehen durch entsprechende Erlasse regeln.


Beschwerdewege

 

Beschwerden können auf unterschiedlichen Ebenen und zwischen verschiedenen Gruppierungen unserer Schulgemeinschaft auftreten. Professionell zu begleiten sind dabei:

                   ● Beschwerden von Kindern über Mitschülerinnen oder Mitschülern (1)

                   ● Beschwerden von Kindern über Lehrkräfte (2)

                   ● Beschwerden von Lehrkräften über Schülerinnen und Schüler (3)

                   ● Beschwerden von Erziehungsberechtigten über Lehrkräfte (4)

                   ● Beschwerden von Erziehungsberechtigten über Schulleitung (5)

                   ● Beschwerden von Lehrkräften über andere Lehrkräfte (6)

                   ● Beschwerden von Lehrkräften über die Schulleitung (7)

 

 

Beschwerden von Erziehungsberechtigten über andere Erziehungsberechtigte oder deren Kinder können nur dann aufgegriffen werden, wenn die angesprochenen Probleme das Unterrichtsgeschehen oder den Schulalltag unmittelbar beeinträchtigen.

 

 

 

 

 

 

 

1. Beschwerden von Kindern über Mitschüler[3]

Schritt 1:

Der Schüler spricht (in den Jahrgängen 3 und 4 ggf. unterstützt oder ver-treten durch den/ die KlassensprecherIn) mit der Klassenlehrerin, die ein Gespräch zwischen den beteiligten Kindern oder in der Klasse begleitet.

 

Ziel: mündliche Vereinbarung über den künftigen Umgang miteinander

 

Schritt 2:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 1)

Die Klassenlehrerin veranlasst ein Gespräch mit den Lehrkräften, die die betroffenen Kinder unterrichten und erarbeitet mit den KollegInnen pädagogische Maßnahmen zur Entspannung der Situation (z.B. Listen mit Belobigungen wie „Sonnen“ o.ä., „Denkzettel“„Gewitterlisten“ etc.)

 

Ziel:

Maßnahmen finden und Schüler sowie Erziehungsberechtigte (ggf. schriftlich) informieren

 

Schritt 3:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 2)

Die Schulleitung wird informiert und einbezogen. Die Klassenleitung führt (ggf. unterstützt durch die Schulleitung) Gespräche mit den beteiligten Erziehungsberechtigten. In besonderen Fällen fordert die Schulleitung die Klassenlehrerin zur Einberufung einer Klassenkonferenz auf.

 

Ziel:

Lösungsfindung mit schriftlichen Absprachen oder Anordnung von Verhaltensmaßnahmen, stärkere Einbeziehung der Erziehungsberechtigten

Schritt 4:

(bei erneuter Erfolglosigkeit)

Die Schulleitung wird – insbesondere bei tätlichen Übergriffen – informiert. Die Erziehungsberechtigten werden umgehend benachrichtigt und es erfolgen ggf. weitere Maßnahmen gem. §61 NSchG.

 

Ziel:

sofortige Beendigung einer Gefahrensituation und Maßnahmenfestlegung, u.U. Einschaltung des Amtes für soziale Dienste oder der Polizei

 

 

 

 

2. Beschwerden von Kindern über Lehrkräfte

Schritt 1:

Der Schüler spricht persönlich mit der betroffenen Lehrerin, ggf. in Begleitung eines Mitschülers (des Klassensprechers) oder in der Klasse.

 

Ziel: Vereinbarung über den zukünftigen Umgang miteinander

 

Schritt 2:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 1)

Der Schüler wendet sich an eine Lehrerin seines Vertrauens (ggf. Klassenlehrerin) , ggf. in Begleitung eines Mitschülers (Klassensprechers).

Im Gespräch wird der Konflikt erörtert.

 

Ziele:

-          Erstnehmen und Unterstützung für die Beschwerde des Schülers

-          Versachlichung des Konflikts

-          Vereinbarung über das weitere Vorgehen (z.B. Vertrauenslehrerin/ Klassenlehrerin führt ein Gespräch mit der betroffenen Lehrerin)

 

Schritt 3:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 2)

Die Schulleitung wird informiert, führt Gespräche mit den Beteiligten (ggf. auch mit den Eltern der Schüler).

 

Ziel:

Lösungsfindung im Gespräch mit schriftlichen Absprachen oder Anordnung von Maßnahmen

 

 

 

 

3. Beschwerden von Lehrkräften über Schüler

Schritt 1:

Die Lehrerin spricht mit dem betroffenen Schüler persönlich oder im Klassengespräch.

 

Ziel: mündliche und/ oder schriftliche Vereinbarung über Verhaltensregeln

 

Schritt 2:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 1)

Sofern nicht selbst beschwerdeführend wird die Klassenlehrerin eingeschaltet und veranlasst ein Gespräch mit den Lehrkräften, die den betroffenen Schüler unterrichten.

 

Ziele:

-          Erarbeitung und Dokumentation pädagogischer Maßnahmen zur Lösung des Konfliktes (z.B. Listen mit Belobigungen wie „Sonnen“ o.ä., „Denkzettel“, „Gewitterlisten“ etc.)

-          Information der betroffenen Schüler u. d. Erziehungsberechtigten

 

Schritt 3:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 2)

Die Schulleitung wird informiert, führt Gespräche mit den Beteiligten und fordert ggf. die Klassenlehrerin zur Einberufung einer Klassenkonferenz auf.

 

Ziele:

-          Lösungsfindung mit schriftlichen Absprachen oder Anordung von Verhaltensmaßnahmen

-          ggf. Durchführung einer Klassenkonferenz mit Beschlüssen von weiteren Maßnahmen

 

 

 

 

4. Beschwerden von Erziehungsberechtigten über Lehrkräfte

Schritt 1:

Die Erziehungsberechtigten sprechen persönlich mit der betroffenen Lehrerin. Bei - kleinen oder großen - Schwierigkeiten oder Unstimmigkeiten suchen Eltern immer zuerst den Kontakt zur Lehrerin. Die Schulleitung oder das Sekretariat sind in der Regel mit anderen Aufgaben befasst.

 

Grundsätzlich gilt:

·   Nur wenn Eltern Ihre Sorgen und Probleme artikulieren, können Lehrkräfte sich darum bemühen Abhilfe zu schaffen.

 

·   Auch in angespannten Situationen ist ein höflicher und geduldiger Umgang miteinander unerlässlich.

 

Ziel: Klärung des Sachverhalts im Gespräch und Suche nach Lösungen

 

Schritt 2:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 1)

Die Erziehungsberechtigten sprechen unter Begleitung eines weiteren Elternteils der Klasse (z.B. Klassenelternvorsitzende) erneut mit der betroffenen Lehrerin persönlich. Die Lehrkraft kann bei Bedarf z.B. die Personalvertretung mit zum Gespräch bitten.

 

Ziele:

-          erneute Sachverhaltsklärung und Überprüfung der bisherigen Lösungswegfindung

-          ggf. Absprachen zu einem veränderten Lösungsweg treffen

 

Schritt 3:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 2)

Die Schulleitung wird informiert und führt Gespräche mit den Beteiligten.

 

Ziel: Lösungsfindung mit schriftlichen Absprachen oder Anordnung von Maßnahmen

 

 

 

 

5. Beschwerden von Erziehungsberechtigten

    über Schulleitung

Schritt 1:

Die Erziehungsberechtigten führen ein persönliches Gespräch mit der Schulleitung.

 

Ziel: Klärung des Sachverhalts und Lösungswegfindung

 

Schritt 2:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 1)

Die Erziehungsberechtigten sprechen unter Begleitung eines weiteren Elternteils der Klasse (z.B. Klassenelternvorsitzende, Mitglieder des Schulvorstandes) erneut mit der Schulleitung persönlich.

Ziele:

-          erneute Sachverhaltsklärung und Überprüfung der bisherigen Lösungswegfindung

-          ggf. Absprachen zu einem veränderten Lösungsweg treffen

 

Schritt 3:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 2)

Die Erziehungsberechtigten kontaktieren die zuständige Stelle der Landesschulbehörde. Die Schulleitung erstellt einen Sachverhaltsbericht und leitet diesen der Landesschulbehörde zu.

 

Ziel: Lösungsfindung durch vorgesetzte Behördeninstanz

 

 

 

 

Beschwerden von Lehrkräften über andere Lehrkräfte

Schritt 1:

Die beschwerdeführende Lehrerin sucht das persönliche Gespräch mit der betroffenen Kollegin. Gegenstand des Gesprächs ist der Austausch über den bestehenden Konflikt.

 

Ziele:

-          Sachverhaltsklärung

-          Darlegung der individuellen Wahrnehmung des Konflikts[4]

-          Beratung über Lösungswege

 

Schritt 2:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 1)

Die beteiligten Lehrerinnen wenden sich an die Schulpersonalvertretung.

 

Ziele:

-          Beratung der beteiligten Parteien

-          Durchführung eines Zielvereinbarungsgespräches

-          ggf. Unterstützung bei der Suche nach externen Hilfen

 

Schritt 3:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 2)

Die Schulleitung wird informiert, überprüft die vereinbarte Schrittfolge und führt Gespräche mit den Beteiligten.

 

Ziele:

-          Lösungsfindung

-          Bei keiner einvernehmlichen Lösung erfolgt Maßnahmenanordnung.

 

 

 

 

Beschwerden von Lehrkräften über die Schulleitung

Schritt 1:

Die beschwerdeführende Lehrerin sucht kurzfristig das Gespräch mit der Schulleitung oder nutzt die regelmäßig stattfindenden Beratungsgespräche mit der Schulleitung.

 

Ziele: Klärung des Sachverhalts und Lösungswegfindung

Schritt 2:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 1)

Die beschwerdeführende Lehrerin wendet sich an den Schulpersonalrat und/ oder nimmt ggf. gewerkschaftliche Unterstützung an.

 

Ziele:

-          erneute Klärung des Sachverhalts und Überprüfung der bisherigen Lösungswegfindung

-          ggf. geänderten Lösungsweg vereinbaren

 

Schritt 3:

(bei Erfolglosigkeit von Schritt 2)

Die beschwerdeführende Lehrerin leitet eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Landesschulbehörde ein. Die Schulleitung erstellt einen Sachverhalts-bericht und leitet diesen der Landesschulbehörde mit der Bitte um Entscheidung zu.

 

Ziel: Lösungsfindung durch vorgesetzte Behördeninstanz

 

 

 

Vermeidung von Konflikten

 

Folgende Faktoren können helfen, Anlässe für Beschwerden zu vermeiden[5]:

 

   aktiver Austausch über positive und negative Lernentwicklung der Kinder durch regelmäßige Lehrerinnen-/ Elterngespräche (Elternsprechtage an der GS Grasdorf in der Regel im November und im Frühjahr, ggf. häufiger)

 

   Transparenz der Lerninhalte und Lernmethoden

 

   Hospitationen von Eltern und anderen Lehrkräften im Unterricht

 

   (...)

 

 

 

 

 



[1] vgl. dazu auch Grundsätze zur Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern an der GS Grasdorf

  (Stand Februar 2009)

[2] vgl. Schulprogramm (Februar 2009)

[3] Die Bezeichnung „Schüler“ benennt stets sowohl die Schülerinnen als auch die Schüler unserer Schule. Mit „Lehrerinnen“ sind sämtliche Lehrkräfte unserer Schule angesprochen.

[4] vgl. Übungen unserer SCHiLF „Gespräche führen“ am 9.9. und 11.11.09

[5] vgl. dazu auch unsere „Grundsätze zur Zusammenarbeit von Eltern und Schule an der GS Grasdorf“ sowie die Bemühungen um unser Beratungskonzept  bzw. entsprechende Ziele und Maßnahmen-planungen in unserem Schulprogramm